Wie lange halten Kakteen ohne Wasser aus?

Kakteen gehören ja bekanntlich zu den sogenannten Sukkulenten und sind deren bekannteste Vertreter. Der Begriff Sukkulente stammt ab vom lateinischen Wort „sucus“. Das bedeutet Saft. Sukkulent steht also für saftreich bzw. wasserreich und alle Sukkulenten haben Organe, die fast ausschließlich der Wasserspeicherung dienen. Das können der Stamm, die Wurzeln oder auch die Blätter sein.

Die allermeisten Kakteen sind Stamm-Sukkulenten, einige Stamm- und Wurzel-Sukkulenten. Nur die sehr wenigen Arten in den Regenwäldern, wie zum Beispiel der Oster- oder Weihnachtskaktus können manchmal Blätter ausbilden und brauchen dann natürlich auch mehr Wasser. Sie sind dem feucht-warmen Klima in diesen Wäldern angepasst und oft Baumbewohner (Epiohythen).

Kakteen – Meister im Wasserspeichern

Wie lange halten Kakteen ohne Wasser aus?

Die meisten Kakteen aber sind wahre Meister darin, mit wenig Wasser auszukommen. Gerade die Arten, die in Wüsten und Halbwüsten wachsen, haben sich perfekt daran angepasst, dass es dort nur sehr wenig regnet und deshalb sehr trocken ist. Damit sie in dieser Region leben und gedeihen können, haben sie verschiedene Strategien und Tricks auf Lager:

Zum einen bilden die allermeisten Kakteenarten keine oder nur winzige Blätter aus, für die sie Wasser benötigen und die es der Pflanze durch Verdunstung entziehen würden. Dafür haben die meisten von ihnen Dornen, die das Wasser besser in der Pflanze halten können und außer dem Fressfeinde fernhalten. Diese Dornen sind bei manchen Arten auch noch von einer Art Wollhülle umgeben. Dornen und Wolle sorgen auch dafür, dass Kakteen trotz intensiver Sonneneinstrahlung keinen Sonnenbrand bekommen.

Kakteen haben auch häufig eine dicke Wachsschicht, die die Sonnenstrahlen zurückwirft und so die Pflanze schützt und vor dem Austrocknen bewahrt. Außerdem haben Kakteen auch ganz besondere Wurzeln. Sie gehen nicht tief nach unten, weil das an den extrem trockenen Standorten ohnehin nichts nützen würde. Stattdessen sind die Kakteenwurzeln flach und breiten sich netzartig aus. So können sie mehr Wasser erreichen, falls es in der Wüste oder Steppe wirklich mal regnen sollte.

Andere Arten haben dicke knollenartige Wurzeln, die ihnen als Wasserspeicher dienen. Weil sie sich unter der kühleren Erdoberfläche befinden, verdunstet auch hier das Wasser nicht so schnell.

Einen Schutz vor Wasserverdunstung bieten auch die Wuchsformen der Kakteen. Viele sind hoch und schlank, haben Rippen, Kanten und warzige Auswüchse. Dadurch entstehen, anders als bei ganz glatten Formen, beschattete Bereiche. Auch sie sorgen dafür, die Wasserverdunstung zu minimieren.

Fazit

Wie lange ein Kaktus ohne Wasser aushalten kann, hängt also ganz davon ab, um welche Art es sich handelt und wo ihr natürlicher Lebensraum ist. Gerade die Wüstenkakteen können durchaus ein Jahr oder sogar noch länger ohne zusätzliche Wasserzugabe überleben.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.